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Garten anlegen: So einfach machst du deinen Nutzgarten zum Nahversorger!

Für alle, die gerne und viel Gemüse und Obst essen, aber nicht gleich neben einem gut sortierten Bio-Laden oder einem Bauernmarkt wohnen, bietet der eigene Nutzgarten einen unschlagbaren Vorteil: Das Gemüse, die Kräuter, die Früchte müssen einfach nur geerntet werden. Denn, wer einen reich bestückten Garten hat, kann sich rund ums Jahr weitgehend selbst versorgen.

Wie du am besten  deinen eigenen größeren oder auch kleineren Garten anlegen und zur Selbstversorgung nutzen kannst, zeigen wir dir hier mit einem Auszug aus dem Biogarten-Standardwerk von Andrea Heistinger und  Arche Noah: „Das große Biogarten-Buch“.

Wer sich einmal daran gewöhnt hat, Gemüse frisch aus dem Garten zu holen, weiß, dass einer der größten Vorteile nicht mit Geld aufzuwiegen ist: Erntefrisches Gemüse schmeckt unvergleichlich gut. Blattgemüse, Zuckererbsen oder die frischen Triebe von Oca sind knackig, Basilikum und Rukola noch nicht angewelkt und braun. Erdbeeren, Himbeeren oder vollreife Tomaten schmecken einfach am besten, wenn sie warm und unzergatscht direkt von der Pflanze vernascht werden können. Ein guter Lagerkeller hält viele Wurzel- und Knollengemüse, Erdäpfel, Äpfel und Birnen über den ganzen Winter hindurch frisch.

Erst bei der Ernte entscheidet sich, was das Mittagsmenü sein wird: Fenchel-Paradeis-Salat mit Paprika-Nudel-Pfanne.

Erst bei der Ernte entscheidet sich, was das Mittagsmenü sein wird: Fenchel-Paradeis-Salat mit Paprika-Nudel-Pfanne. (Foto: Andrea Heistinger, aus „Das große Biogarten-Buch„)

Wenn du den eigenen Garten anlegst, ist er ein guter Nahversorger, wenn er von vorneherein als Nutzgarten konzipiert ist; besonders, wenn man schon bei der Gartenplanung und beim Neubau eines Hauses so plant, dass möglichst viele Anbauflächen zur Verfügung stehen.
Johannisbeeren, Maibeeren und Jostabeeren können ebenso wie Kornelkirschen am Rand eines Grund­stücks gesetzt werden. Alle rankenden Beeren – z.B. Himbeeren und Brombeeren – und Beeren wie die Goji-Beere, die ein Stützgerüst brauchen, können auch einen Zaun als Rankgerüst nutzen (müssen dann aber regelmäßig zurückgeschnitten werden). An der Mauer kann Spalierobst gezogen werden – auch außerhalb des Weinbaugebietes wachsen hier Marillen beson­ders gut (allerdings nicht südseitig, genaue Angaben dazu findet man in „Das große Biogarten-Buch„). Pergolen können von Wein- und/oder Kiwipflanzen berankt werden. In war­men Obstbauregionen findet sich sicher auch ein Platz für einen Maulbeerbaum oder einen Mispelstrauch. Gemüsebeete sollten an der sonnigsten Stelle im Garten angelegt werden.

Wer einen Walnussbaum im Garten pflanzen will, setzt eine kleinwüchsige Sorte weit entfernt von den Gemüsebeeten. Übrigens: Wer ein Haus neu baut und vorhat, den Garten als Nutzgarten zu gestalten, ist gut beraten, gleich beim Neubau einen guten Lager­keller und ein Glashaus mitzuplanen.

 

Garten anlegen: Auch ein durchschnittlich großer Garten lässt sich vielfältig mit Nutzpflanzen bebauen. Außerhalb des Weinbaugebietes müssen Weiße Maulbeere und Mispel durch kälteverträglichere Pflanzen ersetzt werden. Statt Obststräuchern kann man auch Topinambur als Sichtschutzpflanze entlang des Zaunes pflanzen. Oder man pflanzt verschiedene großfruchtige Wildrosen, die dann im Winter köstliche Hagebutten tragen. Zu den Ansprüchen der einzelnen Arten findest du weitere Infos in "Das große Biogarten-Buch" von Andrea Heistinger und Arche Noah, das auch als Gartenplaner wertvolle Dienste leistet.

Garten anlegen: Auch ein durchschnittlich großer Garten lässt sich vielfältig mit Nutzpflanzen bebauen. Außerhalb des Weinbaugebietes müssen Weiße Maulbeere und Mispel durch kälteverträglichere Pflanzen ersetzt werden. Statt Obststräuchern kann man auch Topinambur als Sichtschutzpflanze entlang des Zaunes pflanzen. Oder man pflanzt verschiedene großfruchtige Wildrosen, die dann im Winter köstliche Hagebutten tragen. Zu den Ansprüchen der einzelnen Arten findest du weitere Infos in „Das große Biogarten-Buch“ von Andrea Heistinger und Arche Noah, das auch als Gartenplaner wertvolle Dienste leistet.

Selbstversorgung – Wieviel Platz brauche ich dafür?

Größe des Nutzgartens pro Kopf und Nase

  • Teilweise Selbstversorgung (Gemüse und Kräuter, Beeren und Obst inklusive Wege und Kompostflächen): 25 m2 pro Person
  • weitgehende Selbstversorgung: 70 m2 pro Person
  • vollständige Selbstversorgung: 170 m2 pro Person, davon 20 m2 für Gemüse für den Frischverzehr, 40 m2 für Lagergemüse und Erdäpfel, 100 m2 für Beeren, Äpfel, Birnen, Nüsse etc. und 10 m2 für Wege und Kompostflächen

Quelle: Natur im Garten 2000

Einteilung des Nutzgartens

Wer eine begrenzte Anbaufläche zur Verfügung hat – und das haben ja die meisten –, sollte den Platz zwischen Gemüsebeeten, Beeten für Beeren und Obstpflanzen besonders sorgfältig einteilen. Folgende Überlegungen können dazu hilfreich sein:

Obst und Gemüse muss räumlich voneinander getrennt sein, und zwar so, dass die Gemüseflächen möglichst gut besonnt sind. In warmen Lagen mit starker Sonneneinstrahlung (zum Beispiel Südalpen, pannonisches Klima) kann auch enger gepflanzt werden, und manche Gemüse wie Blattgemüse oder Brokkoli und Gurken fühlen sich sogar im lichten Schatten wohler, wo auch die Luftfeuchtigkeit höher ist.

Frische Paprika und Chili aus dem eigenen Biogarten schmecken besonders gut! (Foto: Johannes Hloch, aus "Das große Biogarten-Buch")

Frische Paprika und Chili aus dem eigenen Biogarten schmecken besonders gut! (Foto: Johannes Hloch, aus „Das große Biogarten-Buch“)

Wildobststräucher und buschförmig gezogene Obstpflanzen können aber auch einen Vorteil fürs Gemüse bieten: Sie wirken als Windbremse, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und die Bodentemperaturen und schaffen damit ein Kleinklima. Die Wirkung einer Hecke auf der Windschattenseite reicht bis zum 15-fachen der Höhe der Hecke. Eine 2–3 Meter hohe Hecke kann also bereits das Kleinklima auf dem ganzen Grundstück stark verändern. Eine Hecke bremst dann den Wind am besten, wenn sie unten dicht und oben licht ist. Je höher die Hecke ist, umso weitreichender ist dieser Effekt. Wildobsthecken bieten einen weiteren Vorteil für den Gemüsegarten: Sie ziehen Nützlinge an, indem sie diese mit Honigtau, Pollen und Nektar versorgen. So sind sie vor allem für Schwebfliegen und Schlupf­wespen attraktiv, die Blattläuse und andere Schädlinge rasch wieder dezimieren können.

Ein Kompostplatz ist idealerweise leicht erreichbar und liegt im (Halb-)Schatten niedriger Sträucher. Ein Hinweis für jene, die auch Hühner im Garten hal­ten wollen: Der Obstgarten ist der ideale Auslauf für sie, hier picken sie auch so manchen Schädling auf. Darf das Geflügel frei im Garten laufen, müssen die Gemüsebeete eingegrenzt sein und sollten daher auch nicht über den Garten verstreut angelegt werden.

Das große Biogarten-Buch 380 x 517Wenn du noch mehr zum Thema „Garten anlegen“ erfahren möchtest oder auch andere Infos für deinen Biogarten suchst – das komplette Praxiswissen findest du im preisgekrönten Standardwerk „Das große Biogarten-Buch“ von Andrea Heistinger und dem Verein Arche Noah!

Vom Anbau eigener Kartoffeln bis zur Ernte von Erdbeeren: dieser umfassende Ratgeber bietet ausführliche Grundlagen und aktuelles Wissen über den ökologischen Anbau von Gemüse, Obst, Kräutern, Blumen, Pilzen und Getreide für Einsteiger und Einsteigerinnen, Fortgeschrittene und Profis.
Das Planen und Anlegen eines Nutzgartens, Aspekte der Selbstversorgung, Düngung, Kompostierung, Bewässerung, Gartengestaltung, das Gärtnern mit Kindern und vieles mehr werden praxisnah und fundiert beschrieben.