Foto- © Elisabeth Hörl

Gesundheit aus dem eigenen Garten: Heilkräuter einfach selbst anbauen!

Die Kräuterbäuerin Gertrude Messner beschreibt in ihrem Kräuterhandbuch, wie du mit einfachen Mitteln und ohne teure Anschaffungen deine eigene natürliche Hausapotheke anlegen kannst.

Sammeln, einsetzen, zubereiten: Deinem Mini-Kräutergarten steht mit diesen hilfreichen Tipps nichts mehr im Wege!

Der kleinste Kräutergarten

Ich habe für dieses Buch grundsätzlich jene Pflanzen ausgewählt, die man am ehesten in der freien Natur findet. Sie sind bei uns heimisch und wachsen ohne Probleme, auch ohne Nachzuchtprobleme. Außerdem sind sie winterhart und verlangen keine größeren Zukäufe. Mit diesen wenigen Pflanzen kann man sein Leben und die Probleme, die daraus auf gesundheitlicher Basis entstehen, fast vollständig abdecken. Mit dieser „kleinsten Pflanzenapotheke“ soll gezeigt werden, dass man mit ganz wenigen Mitteln große Erfolge im eigenen Kräutergarten erzielen kann und nicht die kuriosesten Gewächse braucht. Auch mit den einfachsten Pflanzen erreicht man die größte Wirkung, wenn man täglich und konsequent etwas für sich tut. Einmal im Jahr eine Tasse Kräutertee zu trinken reicht natürlich nicht!

Gertrude Messners Kräuterhandbuch

Aufbau des Kräutergartens

Man kann ausgehöhlte Holzstämme oder in Birkenäste eingefasste Kleingärten, Töpfe oder Blumentröge nach Lust und Liebe (auch aus Ton) verwenden. Sowohl selbst gebaute als auch in Gärtnereien gekaufte Gefäße kommen in Betracht. Die Pflanzenerde besteht am besten aus Erde von Maulwurfshügeln (tirolerisch „Scherhaufen“), denn Maulwürfe fördern die mineralstoffreichste Erde von unten nach oben. Früher verwendeten Bäuerinnen fast ausschließlich diese Besonderheit als Blumenerde. Man kann dieses Ausgangsmaterial mit Kompost oder Mist mischen. Meiner Meinung nach kommt man im Leben grundsätzlich mit nur drei Pflanzen aus, sodass man auch gar nicht viel Platz braucht und der kleinste Kräutergarten völlig ausreicht. Es handelt sich um die drei wichtigsten Pflanzen, die so genannten Universalpflanzen, die den größten Bereich unserer Gesundheitsvorsorge abdecken, nämlich um Brennessel, Schafgarbe und Ringelblume.

Sie sind leicht auch im Blumentopf zu kultivieren, mit einer kleinen Einschränkung bei Brennnessel, die innerhalb von 2 bis 3 Jahren auch im Blumentopf überhand nehmen und unkontrollierbar wuchern wird. Insofern würde ich empfehlen, die Brennnessel lieber aus der Natur zu holen, denn man findet sie praktisch überall. Man kann die Brennnessel im Blumentrog durch eine andere Pflanze ersetzen. Gut eignen sich Gundelrebe, Beifuß und Kaspappel.

Wo bekommt man die Pflanzen?

Am besten ist es, einfach Wildpflanzen zu nehmen und sie einzusetzen. Teilweise findet man sie auch in Gartengeschäften, wenn man Schwierigkeiten hat, sie in freier Natur aufzuspüren. Sich Samen zu besorgen ist natürlich auch eine Möglichkeit, aber das Einsetzen von Wildpflanzen ist immer die zu bevorzugende Methode (abgesehen von der Ringelblume, s.u.).

Kaspappel ist nicht so leicht zu finden; sie wächst am liebsten auf Schutt, und ihr Lebensraum wird heutzutage durch die fortschreitende Asphaltierung immer stärker beschnitten. Man bekommt die Pflanze und weitere Informationen zu ihrer Pflege beispielsweise direkt bei Gertrude Messner. Wenn man die gewünschte Pflanze gefunden hat, entnimmt man sie mit der Wurzel, indem man sie vollständig ausgräbt, und zwar so unbeschädigt wie möglich.  Man setzt sie im Kräutergarten ein, schneidet sie anschließend auf ca. 15 cm zurück und lässt sie neu austreiben.

Kräutergarten: Auch die Ringelblume gehört zu den so genannten Universalpflanzen und sollte in jedem Garten wachsen.

Kräutergarten: Auch die Ringelblume gehört zu den so genannten Universalpflanzen und sollte in jedem Garten wachsen.

Bei der Ringelblume sollte man nur den Samen in die Erde stecken.

Pflege

Kräuter sind nur zu gießen, wenn sie sichtbar ausgetrocknet sind und es lange nicht geregnet hat. Auf keinen Fall darf man sie düngen, es sei denn, man verwendet reine Kräuterdüngemittel (z.B. Brennnesseljauche). Wenn, dann düngt man erst beim Umtopfen ein wenig. Viel effektiver ist es allerdings, jedes Jahr die Erde zu erneuern. Auf diese Weise lässt sich auch auf dem Balkon eine große Bandbreite an Kräutern schaffen.

 

Die Anwendungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten unterschiedlicher Kräuter sowie alles Wissenswerte zum Thema von A-Z findest du in Gertrude Messners Kräuterhandbuch!


 

Gertrude Messner

Die Kräuterexpertin Gertrude Messner ist in Verbundenheit mit der Natur auf einem Selbstversorger-Bauernhof aufgewachsen und betreibt auch heute noch gemeinsam mit Ihrem Mann den Neuschwendthof in Brandenberg/Tirol.  Das Dasein als Bergbäuerin hat ihre Liebe zum einfachen Leben unterstrichen. Die Neugierde und ständige Suche trieben Gertrude Messner nach ihrer Ausbildung zur Hauswirtschaftsmeisterin weiter zur Heilpraktikerausbildung, zur Ausbildung als Kräuterfachberaterin und Phytotherpeutin.
Ihre Philosophie ist: In der Einfachheit ein lebenswertes Umfeld schaffen und überliefertes Wissen über die Wirkungsweise von heimischen Kräutern an zukünftige Generationen weitergeben.