Foto- © Peter Burke

Frischer Salat aus Sprossen und 10 Gründe warum wir sie lieben

Knackige Salate ernten wir jetzt vom Fensterbrett! Wie das geht, zeigt uns Peter Burke in seinem neuen Buch: „Der Salatgarten für zuhause“. Darin erklärt der passionierte Biogärtner, mit welcher Methode er für sich und seine Familie jeden Tag frische Sprossen aus dem eigenen Indoor-Garten erntet. Ein Topf, Anzuchterde und ein Esslöffel schmackhafte Samen reichen für den Start. Worauf also warten? Bald wachsen auch in deiner Küche oder im Wohnzimmer saftige Pflänzchen. Ein frischeres und besseres Superfood gibt es nicht!    

Und das Beste daran:

Ihr braucht dafür …

  • weniger als 10 Tage,
  • sehr wenig Platz
  • und lediglich Materialien, die sich ohnehin schon in eurem Haushalt befinden!

Köstlich, knackig, Sprossen

Ein Gastbeitrag von Peter Burke

 

Keimsprossen, Microgreens und Babysalat sind alles Variationen von nicht ausgewachsenen Gemüsepflanzen. Ich habe sie alle ausprobiert – und noch einige andere mehr, um genau herauszufinden, wie ich mich das ganze Jahr mit frischem Grün selbstversorgen kann. Eine Methode hat mich mehr überzeugt als alle anderen – das Anbauen von Sprossen in Substrat ist mein absoluter Favorit.

10 Gründe, warum die Keimlinge in feuchter, nährstoffreicher Erde für mich am besten aufgehoben sind und warum gerade Substratsprossen die Zutaten für deinen nächsten köstlichen Salat sein sollten, habe ich in diesem Gastbeitrag versammelt:

Die Vorteile der Anzucht in Substrat

Etliche von euch werden sich fragen:

„Warum soll ich die Sprossen in Substrat oder Erde anziehen und nicht in Gläsern oder Schalen, wie es jeder macht?“

Bevor ich mit meiner Zimmerfarm begann, habe ich bereits Keimsprossen von Alfalfa und Mungobohnen in Glasgefäßen angezogen. Mit dieser Erfahrung habe ich nach und nach immer mehr Pflanzenarten ausprobiert: Luzerne, Linsen, verschiedene Sprossenmischungen und sogar Zwiebelsamen, die ich in meinem Saatgutkatalog fand. Ich habe die Anzucht in Gläsern, Körbchen, Tüten und speziellen Kunststoffgefäßen ausprobiert, um Sprossen als Salat anzuziehen.

Das einzige Problem: Die Sprossen waren bei meiner Familie alles andere als beliebt. Sie hatten nichts gegen ein paar Sprossen in einem gemischten Salat oder angebraten mit anderem Gemüse, aber das war es dann auch schon.

Was ich brauchte, waren grüne Blattgemüse, die man als Salat und nicht nur als Beigabe verwenden konnte. Mir schmeckten diese frühen, „traditionellen“ Sprossen, aber ich war noch nicht 100 % zufrieden.

Sprossen 810 x 450

Köstlich knackige Vielfalt in den eigenen vier Wänden. Peter Burke zeigt, wie man in nur 7 Tagen zur ersten Sprossenernte kommt! Foto: © Peter Burke

Erst als ich meiner Familie die zarten, grünen Blätter meiner Sprossen vorsetzte, konnte ich an ihrer Reaktion erkennen, dass ich auf dem richtigen Weg war. Jedem, sogar den Kindern, schmeckte der Salat. Diese auf Substrat angezogenen Sprossen sahen aus wie grüner Salat, hatten denselben Biss und waren genau das, wonach ich gesucht hatte.

Die meisten Gärtner werden mir zustimmen, dass Sprossen, die in Substrat oder Erde wachsen, nährstoffreicher und gesünder sind. Sie können, trotz der kurzen Wachstumsphase, mit den Wurzeln Nährstoffe aus der Erde aufnehmen. Einen direkten Beweis habe ich nicht auftreiben können, aber es gibt unzählige Berichte, dass Sprossen ein supergesundes Lebensmittel sind. Es gibt eigentlich keinen Grund, warum man sie „noch besser“ machen sollte, schließlich gibt es schon genug Gründe, Substratsprossen anzubauen:

  1. Keine Schalen und Hülsen

Die Samenschalen oder -hülsen werden beim Keimen abgestreift und müssen bei Substratsprossen nicht mühsam abgespült werden. Die Samenschalen werden von den sich entwickelnden Keimblättern abgeworfen. Gerade bei Alfalfa oder Mungobohnen kann das Entfernen der Samenschalen ziemlich lästig werden. Und ich muss es wissen, ich habe wirklich genug von ihnen angezogen. Und egal wie sorgfältig man die Sprossen wäscht, es bleiben immer ein paar der harten Hülsen zurück, die einem den Appetit beim Salatessen verderben können und den Geschmack beeinträchtigen.

Bei der Anzucht in Erde müssen die Sprossen nur kurz abgespült werden und brauchen nicht mühsam von Hülsen befreit zu werden. Manchmal bleibt der eine oder andere Samenschalenrest an einem Keimblatt hängen, was aber kein Vergleich zu den traditionellen Sprossen mit den vielen Hülsen ist.

  1. Längere Haltbarkeit

Sprossen, die im Substrat wachsen, lassen sich für ein paar Tage in der Schale „lagern“. Einfach ab und zu gießen und sie bleiben frisch. Die Sprossen werden sogar noch etwas weiterwachsen. Bei normalen Sprossen werden die Spitzen in dieser Zeit braun und unansehnlich und die Samenhülsen fangen an, zu schimmeln. Sie müssen auf jeden Fall im Kühlschrank gelagert werden und selbst da muss man sie mindestens einmal am Tag mit kaltem Wasser spülen, damit sie nicht verderben. Auch bei gekauften Sprossen sind die Wurzelspitzen meist schon braun und unappetitlich.

  1. Einfache Pflege

Die ersten vier Tage brauchen die Sprossen im Substrat gar keine Pflege und können komplett sich selbst überlassen werden. Nachdem die Samen in das feuchte Substrat ausgesät sind und mit Zeitungspapier abgedeckt wurden, haben sie ideale Bedingungen und brauchen in der Anfangszeit nicht gegossen zu werden. Erst ab dem fünften Tag, wenn das Papier abgenommen wird und die Schalen ans Licht gestellt werden, wird einmal täglich gegossen. Das ist viel einfacher, als Sprossen in Keimboxen zwei- oder sogar dreimal am Tag durchzuspülen.

  1. Robuste Keimlinge

Wenn man das Gießen der Sprossen einmal vergessen sollte, ist das noch lange keine Katastrophe. Das Substrat wirkt wie ein Wasserspeicher. Wenn ihr doch einmal schlappe Keimlinge habt, verspricht die folgende Erste-Hilfe-Maßnahme Erfolg: Gieße die Schale und stecke sie in eine Plastiktüte. Dann kommt das Ganze in den Kühlschrank und die Keimlinge erwachen schnell zu neuem Leben. Bei traditionellen Sprossen funktioniert das nicht.

  1. Schöne, grüne Räume

Es macht Spaß, Pflanzen in der Wohnung und in der Küche zu pflegen und ihnen beim Wachsen zuzusehen. Manche Sprossen haben rosa oder purpurne Stängel und sorgen für zusätzliche Farbtupfer im Raum. Ich verwende auch unterschiedliche Schalen aus glasierter Keramik, um Abwechslung zu erhalten. So fügen sich meine Sprossen perfekt zwischen die Zimmerpflanzen meiner Frau.

Im Winter, wenn es draußen kalt und trist ist, erinnern sie mich immer wieder daran, dass der Frühling wieder kommt. Auch in einem kleinen Apartment können Sie mit Sprossen in Schalen das Bedürfnis nach „Gärtnern“ befriedigen und das Grün bringt Leben in die Wohnung. Keimsprossen in Gläsern und Plastikschalen können das nicht. Und die Sprossen produzieren sogar Sauerstoff, wie andere Zimmerpflanzen auch. Was will man mehr?

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Verwandelt eure Fensterbank in eine grüne Oase mit Peter Burkes Der Salatgarten für zuhause! Foto: © Peter Burke

  1. Erntereife leichter erkennbar

Ein weiterer Vorteil der Keimlinge in Schalen ist, dass man schnell erkennt, wann sie geerntet werden können. Ich suche mir meist beim Gießen die Schalen aus, die abends als Gemüse oder Salat auf den Tisch kommen. Bei Sprossen, die in dunklen Gefäßen heranwachsen, ist das nicht so einfach zu erkennen.

  1. Wüchsiger als Microgreens

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    Es müssen nicht immer Mungobohnensprossen sein! Versucht auch mal Brokkoli-, Erbsen- oder Buchweizensprossen. Foto: © Peter Burke

Wer schon einmal Microgreens angebaut hat, weiß, dass sie nicht schon nach einer Woche geerntet werden können. Meist sind sie erst nach etwa 21 Tagen so weit, dass man sie verwerten kann.

In dieser Zeit können Sie drei Mal Sprossen ernten und haben schon den vierten Schalensatz ausgesät. Von der Fläche einer DIN-A4-Seite können Sie jede Woche ein halbes Kilo Sprossen ernten. Versuchen Sie das mal in einem Frühbeet, Gewächshaus oder im Garten … Dazu kommt noch, dass Microgreens unbedingt ausreichend Licht benötigen im Zimmer geht das nur mit Kunstlicht. Ohne Zusatzlicht werden die Triebe lang und spillerig.

  1. Einfacher als Hydrokultur

Alles, was mit einer Umlaufpumpe ausgestattet ist, erinnert mich mehr an einen Swimmingpool als einen Garten. Versteht mich nicht falsch, ich bin dankbar für die Profigärtner, die im Winter in beheizten Gewächshäusern Tomaten und Co. im erdelosen Kulturverfahren anbauen, aber ich mag mir die ganze Technik, die dafür nötig ist, gar nicht in der Wohnung vorstellen. Allein die Liste der Dünger, Gefäße, Anschlüsse, Schläuche, Tropfer und Substrate ist so lang, dass mir die Lust vergangen ist, mich näher mit diesem Verfahren zu beschäftigen. Mir reichen meine Samen und ein bisschen Erde und ich bin ein glücklicher Gärtner.

  1. Hervorragendes Aroma

Ein Sprossensalat ist knackig und voller unterschiedlicher Aromen und ein echtes Geschmackserlebnis. Sprossen von Sonnenblumen haben eine feste Textur und einen nussigen Geschmack, die von Erbsen sind süßlich und schmecken – nach Erbsen eben. Ein Salat, der ausschließlich aus Alfalfa- oder Mungobohnensprossen angerichtet wird, ist für mich nur halb so verlockend. Meine Kinder würden mich schief anschauen, wenn ich ihnen so etwas als Salat auftischen würde.

  1. Farbe auf dem Teller

Die leuchtend gefärbten Sprossen sind für jeden Salat nicht nur ein aromatischer, sondern auch ein optischer Gewinn. Die leuchtend roten Stiele von Hong Vit, purpurner Kohlrabi, kombiniert mit Sonnenblumen und schimmernd weißem Brokkoli sind ein echtes Farbfestival. Wenn ihr jetzt noch dunkelroten Buchweizen und leuchtend orangefarbene Karottenraspeln daruntermischt, ist der Salat perfekt.

Sucht euch einfach eure persönlichen Gründe für die Sprossenanzucht in Substrat heraus. Wenn ihr bisher Keimsprossen in Gefäßen hattet, ist es vielleicht der wegfallende Aufwand beim Enthülsen, oder ist es der tolle Anblick eines bunten Sprossensalats? Egal was für euch der Grund ist, Salatgärtnern in der Zimmerfarm ist einfach klasse.

Rezept für Buntes Sprossenallerlei:

[Menge: 4 Portionen]

Sprossensalat 1080 x 1080

Kunterbunte, knackige Köstlichkeit: Farbenfrohes Sprossenallerlei! Foto: © Peter Burke

  • 1 Tasse (240 ml) Sonnenblumensprossen, gehackt
  • 1 Tasse (240 ml) Erbsensprossen, gehackt
  • 1 Tasse (240 ml) Rettichsprossen, gehackt
  • 1 Tasse (240 ml) Buchweizensprossen, gehackt
  • ½ Tasse (120 ml) Brokkolisprossen, gehackt
  • 2 Esslöffel Sonnenblumenöl
  • 2 Esslöffel Balsamico
  • Kräutersalz zum Abschmecken

Vermischen Sie die gehackten Sprossen mit dem Kräutersalz; Öl und Essig dazugeben und gut vermischen. Ich weiß, das hört sich simpel an, aber vertrauen Sie mir: So schmeckt er am besten; probieren Sie es aus.

Sollten Sie nicht sicher sein, teilen Sie den Salat und geben das Dressing nur über die Hälfte der Sprossen – mit Öl halten sich die Blätter nicht so gut.

Variationen: Geben Sie dem Salat mit 2 geriebenen Karotten mehr Kontrast und Körper. Eine reife Avocado – geschält und gewürfelt – verbessert jeden Salat.

Worauf wartet ihr noch? An die Erde, fertig, LOS!

In 7 Tagen könnt ihr schon die ersten selbst gezogenen Keimlinge auftischen. In Der Salatgarten für zuhause zeigt Peter Burke vom ersten Handgriff bis zum fertigen Genuss, wie einfach, ertragreich und lohnend der eigene Sprossengarten in Küche und Wohnzimmer sein kann.