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Kräutergarten anlegen für Einsteiger: 5 pflegeleichte Lieblingskräuter für Tee, Smoothie & Co.

Im Handumdrehen zum pflegeleichten Kräutergarten auf der Terrasse oder am Balkon. Mit diesen Kräutern funktioniert’s!

Schnell noch ein paar Röllchen Schnittlauch in den fertig angerichteten Salat, mit ein paar Blättern frisch gepflücktem Basilikum Pasta oder Caprese veredeln, ein Butterbrot mit Perilla oder Rukola verfeinern oder mit etwas Minze einen erfrischenden Drink vorbereiten?

Mit frischen Kräutern schmeckt einfach alles besser und für diese Köstlichkeiten braucht ihr noch nicht einmal einen eigenen Garten! 

Wir stellen euch hier unsere 5 Lieblingskräuter für Einsteiger vor, mit diesen Tipps aus Andrea Heistingers Praxisbuch „Kräuter richtig anbauen“ findet ihr für alle den richtigen Platz auf dem Balkon.

Kräutergarten anlegen: Vorbereitung

Bevor ihr euch allerdings ins Abenteuer „Kräutergarten anbauen“ stürzt, ist es wichtig, sich über die grundlegenden Bedingungen Gedanken zu machen:

  • „Wieviel Platz steht mir zur Verfügung?“
  • „Ist der geplante Standort an der Sonne oder eher im Schatten?“
  • „Wieviel Zeit möchte ich investieren?“

Schließlich kann man die unterschiedlichen Pflanzen ja nicht „einfach in einen Topf“ werfen und es macht einen großen Unterschied, ob ihr vorgezogene Pflanzen verwendet oder die Pflanzen selbst sät.

Wir haben für euch 5 pflegeleichte Kräuter für die beliebtesten Anwendungen versammelt, die ihr problemlos in Kübeln und Töpfen auf eurem Balkon anbauen und damit euren eigenen kleinen Kräutergarten anlegen könnt.

  1. Der Küchengarten-Klassiker: Basilikum
  2. Zäher Allrounder zum Drüberstreuen: Schnittlauch
  3. Erfrischung aus dem Balkonkisterl: Minze
  4. Tee-Highlight für euren Balkon: Zitronenverbene
  5. Geheimzutat für den perfekten grünen Smoothie: Knotenblütiger Sellerie

 

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1. Der Küchengarten-Klassiker: Basilikum

Der Klassiker: ‚Genovese‘. Tipp: Immer wieder an den Spitzen beernten, dann treibt das Basilikum gut durch.

Der Klassiker im Kräutergarten: ‚Genovese‘. Tipp: Immer wieder an den Spitzen beernten, dann treibt das Basilikum gut nach.

Das Wichtigste auf einen Blick

 

> Gewürz-Basilikum: vollsonniges, gut mit Nährstoffen versorgtes Beet

> braucht gute Düngung

> Basilikum liebt eine hohe Luftfeuchtigkeit und regelmäßige Wassergaben, jedoch keine Staunässe

Obwohl vor 20 Jahren in unseren Breiten noch gänzlich unbekannt und obwohl so wärmebedürftig wie kaum ein anderes Küchenkraut, zählt Basilikum zur Basis-Ausstattung von Balkonen und Terrassen. So manche versuchen sogar indoor ihr Glück. Auch wenn Basilikum als Diva unter den Kräutern gilt, ist die wunderbar aromatische Gewürzpflanze eine Bereicherung für euren Kräutergarten.

Die einjährigen Basilikums sind die Basilikums der italienischen Küche. Die meisten mehrjährigen bieten ganz andere Geschmacksaromen und eignen sich als Gewürz oder als wunderbar vollmundiger Kräutertee. Das Überwintern der mehrjährigen Arten gelingt nur auf hellen, aber kühlen Plätzen im Haus. Doch zwei Haltungsformen von Basilikum im Winter gelingen immer: eingemacht als Pesto oder getrocknet als Tee.

Anbau im Topf/Kübel

Die kleinwüchsigen Sorten (Kleinblättriges Kugelbasilikum, Bubikopf-Basilikum) können auch schon im Balkonkistchen angebaut werden. Die anderen Sorten gedeihen in größeren Töpfen ertragreicher (Volumen mindestens 5, besser 10 Liter).

Wichtig ist, dass die Pflanzen nicht zu dicht stehen. Die in den Supermärkten angebotenen Topfkräuter eignen sich nur für die Einmalernte: Die Pflanzen sind so dicht angebaut und das Erdvolumen so klein, dass sie sich nach der Ernte nicht wieder regenerieren. Alleine deswegen loht sich für Küchengärtner, die Wert auf frische Geschmäcker und Nachhaltigkeit legen, das Projekt „Kräutergarten anlegen“.

Was beim Gemüse die Tomate, ist bei den Kräutern das Basilikum. Kaum ein anderes Kraut erfreut sich wohl so großer Beliebtheit in der Küche.

Was beim Gemüse die Tomate, ist bei den Kräutern das Basilikum. Kaum ein anderes Kraut erfreut sich wohl so großer Beliebtheit in der Küche, im Garten und im Beet. Im Bild das Griechische Strauchbasilikum.

Das wärmeliebende Kraut gedeiht erst dann so richtig ertragreich im Freien, wenn auch die Nachttemperaturen nicht mehr unter 16 °C fallen. Daher gedeiht Basilikum in den meisten Regionen im Glashaus, im Hochbeet oder im Topf an einer Hausmauer am besten. In den Töpfen ist es auch besser vor Schnecken geschützt, die sich leider nur allzu gerne an den weichblättrigen aromatischen Pflanzen laben. Basilikum liebt eine hohe Luftfeuchtigkeit und regelmäßige Wassergaben, jedoch keine Staunässe.

Expertentipp: Das unkomplizierteste Basilikum

„Das Griechische Strauch-Basilikum ist nicht so empfindlich auf Schnecken-Fraß wie die einjährigen Arten. Ausgepflanzt auf einem gut gedüngten Standort werden die Pflanzen über einen Meter hoch. Sie brauchen einen nährstoffreichen Boden, Wärme und Feuchtigkeit. Dann entwickeln sie Stämme wie kleine Apfelbäume. Sie haben einen sehr hohen Nährstoffbedarf und wollen im Grunde nur eines: wachsen, wachsen, wachsen. Im Topf die Pflanzen dreimal im Jahr mit einem guten Biodünger, zum Beispiel Biosol düngen.“ – Hannes Wagner, Kräutergärtnerei Wagner

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2. Zäher Allrounder zum Drüberstreuen: Schnittlauch

Tipp für euren Kräutergarten: Schnittlauchstöcke aus dem Garten können bereits ab März getopft und indoor am Fensterbrett getrieben werden.

Tipp: Schnittlauchstöcke aus dem Garten können bereits ab März getopft und indoor am Fensterbrett getrieben werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

 

> Schnittlauch gedeiht am besten an sonnigen und halbschattigen Plätzen

> relativ hoher Wasser- und Nährstoffbedarf

> verträgt keine Trockenheit, aber auch keine Staunässe

> regelmäßig zurückschneiden. Länger beerntbar, wenn die Blüten abgeschnitten werden

Schnittlauch ist bei vielen Mahlzeiten präsent und wird dafür frisch aus dem Garten geholt. Um kaum eine Gartenpflanze ranken sich so viele Geschichten, wie man sie pflegen sollte, damit sie wüchsig gedeiht. Eine der weitverbreitetsten ist, dass erbettelter oder gestohlener Schnittlauch aus dem Garten anderer besser gedeihen würde als der gekaufte.

Für ein Gemüse hat Schnittlauch geringe Nährstoffansprüche, doch unter den Kräutern kann er zu den Starkzehrern gezählt werden. Schnittlauch hat einen hohen Wasserbedarf und wächst bei hoher Luftfeuchtigkeit besser, er wächst daher in höheren Lagen und kühleren Regionen auch im Sommer besonders üppig. Wenn die Pflanzen im Sommer zu trocken stehen, sterben sie ab. Tipp für die Pflege: Vor allem nach dem Schnitt wieder gut gießen für einen raschen Durchtrieb.

Anbau im Topf/Kübel

Schnittlauch kann sehr gut im Topf angebaut werden. Meistens wird hier aber sein Nährstoffhunger unterschätzt. Für eine gute und lang andauernde Ernte die Stöcke in ausreichend große Töpfe setzen (mindestens 5 Liter), jährlich umtopfen und mit neuer, aufgedüngter Erde versorgen.

Expertentipp: lieber nicht einfrieren

Auch wenn dies weithin praktiziert wird: Eingefroren entwickelt es ein eigenwilliges Aroma, das er dann im ganzen Gericht unerfreulich verbreitet.

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3. Erfrischendes Frühlingskraut: Minze

Ein Klassiker für alle, die einen eigenen Kräutergarten anlegen: kein Sommergarten ohne duftende Minze.

Ein Klassiker für alle, die einen eigenen Kräutergarten anlegen: kein Sommergarten ohne duftende Minze.

Das Wichtigste auf einen Blick

 

> nährstoffreicher, frischer Boden

> Minzen lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit und wachsen in raueren Lagen besonders aromatisch.

Kein Sommer-Garten ohne Minze: Die erfrischende Pflanze gehört zu den wichtigsten Teepflanzen. Die Arten- und Sortenvielfalt der Minze bietet unzählige Aromen – mit oder ohne Menthol.

Die vielen Minze-Arten unterscheiden sich auch in Blatt- und Blütenfarbe, Standfestigkeit und Winterhärte. Was in der Pflege regelmäßig unterschätzt wird, ist ihr Nährstoffbedarf und wie gut ihr ein regelmäßiger Rückschnitt tut. Minzen sind wichtige Bienenfutterpflanzen und auch bei anderen Insekten sehr beliebt. Daher unser Tipp für euren Garten: nie alle Triebe ernten, sondern einen Teil für die fliegenden Mitbewohner des Gartens stehen lassen.

Anbau im Topf/Kübel

Minzen gedeihen sehr gut im Topf. Vorausgesetzt, die Gefäße sind ausreichend groß (mindestens 10 Liter), und die Pflanzen werden regelmäßig mit Wasser versorgt und gut gedüngt. Spätestens alle 2 Jahre die Pflanzen teilen und in frische Erde pflanzen.

Sobald die Triebe kräftig ausgetrieben haben, kann man für den täglichen Gebrauch laufend und bis zum Frost einzelne Blätter und Triebe ernten. Wer für den Wintervorrat größere Mengen ernten will, tut dies zwischen Knospenansatz und Blühbeginn, dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten (meistens Juni oder Juli).

Bei der Ernte gibt es eine wichtige Regel: Einen Teil der Pflanzen immer stehen lassen, die Blüten liefern Futter für viele Insekten.

Expertentipp

Der beste Zeitpunkt für die Ernte ist der spätere Vormittag, wenn die Blätter schon abgetrocknet sind, die Sonne aber noch nicht mit voller Kraft scheint. Minze wird bei der Ernte stark – bis wenige Zentimeter über dem Boden – zurückgeschnitten. Das regt die Pflanzen an, wieder kräftig nachzuwachsen, und ermöglicht eine zweite Ernte im Spätsommer/Frühherbst.

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4. Tee-Highlight für euren Balkon: Zitronen-Verbene

Foto- Kräutergärtnerei Wagner

Zitronen-Verbene, der gesunde Alleskönner: senkt den Blutdruck, wirkt krampflösend, fiebersenkend und beruhigend, stärkt den Magen, hilft bei Verdauungsbeschwerden.

Das Wichtigste auf einen Blick:

 

> Platz an der vollen Sonne und eine humose, wasserdurchlässige Pflanzerde, wenig Düngung und reichlich Wasser

> In den meisten Regionen ist ein Anbau als Kübelpflanze zu empfehlen.

> Bei Kübelhaltung ist es ratsam, den Teestrauch jährlich in frische Erde umzupflanzen.

Zitronen-Verbene ist einer der besten Kräutertees. Der Tee hat ein feines Zitronenaroma mit feinem fruchtig, süßlichen Duft. Die mehrjährige, verholzende Pflanze stammt aus Südamerika und heißt auch Eisenkraut (ist aber nicht mit dem Echten Eisenkraut Verbena officinalis verwandt).

In Frankreich ist der „Verveine“-Tee so verbreitet wie bei uns der Pfefferminztee und wird in jeder Bar ausgeschenkt. Ebenso aus Frankreich stammt die Zubereitung als Likör. Zitronen-Verbene zählt zu den Heilpflanzen und wirkt als Tee heilend auf gestresste Mägen und bei Erkältungen. Auch die Zitronen-Verbene schmeckt frisch am besten, doch im Gegensatz zur Zitronen-Melisse behält sie ihren Geschmack auch getrocknet erstaunlich gut.

Anbau im Topf/Kübel

Die junge Pflanze gedeiht gut in kleineren Töpfen (Durchmesser 16–18 cm), ältere Pflanzen brauchen entsprechend größere Gefäße. Zitronen-Verbene-Pflanzen können bei guter Pflege viele Jahre alt werden.

Auf Balkonen und Terrassen in milden Stadtlagen können die ganzen Pflanzen (samt Topf) mit Vlies oder in Kaffee-Säcken eingehüllt im Freien überwintern.

Expertentipp: Das neue Tee-Highlight Anis-Verbena

„Anis-Verbena ist eine Pflanze mit fruchtigem Anis-Aroma, die sich in den letzten Jahren bei uns sehr bewährt hat. Bereits einige Triebspitzen pro Tasse ergeben ein vollrundes Tee-Erlebnis – auch ohne Zucker.“ – Hannes Wagner, Kräutergärtnerei Wagner

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5. Geheimzutat für euren grünen Smoothie: Knotenblütiger Sellerie

Geheimtipp: Eine seltene heimische Wildpflanze, die auch am Balkon prächtig gedeiht und perfekt für grüne Smoothies geeigtet ist: Knotenblütiger Sellerie.

Geheimtipp: Eine seltene heimische Wildpflanze, die auch am Balkon prächtig gedeiht und perfekt für grüne Smoothies geeignet ist: Knotenblütiger Sellerie.

Das Wichtigste auf einen Blick

 

> wichtig: feucht halten!

> im Kräutergarten mehrjährig und einfach zu kultivieren

Ein Geheimtipp für Smoothies ist der Knotenblütige Sellerie, er wird oft auch unter dem italienischen Namen der Pflanze, Sedanina, oder als „Wilder Sellerie“ angeboten.

Die Blätter und Blattstiele können auch frisch gegessen oder für Suppen verwendet werden. Diese Pflanze ist an feuchten Stellen – zum Beispiel an einem Teichrand – leicht zu ziehen und enorm wüchsig.

Für Einsteiger, die ihren ersten Kräutergarten anlegen: Die Pflanze gedeiht auch sehr gut im Topf. Die Pflanze lässt sich einfach über Teilung vermehren und ist das ganze Jahr über beerntbar – vor allem, wenn die Blütenstängel regelmäßig entfernt werden. Im Garten und im Topf gut feucht halten!

 

Wie Schnittlauch in der Gartengestaltung eingesetzt werden kann, welche Kräuter die idealen Nachbarn eurer Tomatenpflanze sind, was noch alles in euren gesunden Smoothie gehört und wie ihr euren Kräutergarten von Grund auf plant findet ihr im Buch „Kräuter richtig anbauen“ von Andrea Heistinger.

Salbei, Thymian, Dill, Rosmarin, Petersilie und Co.: In über 100 Sortenporträts erfahrt ihr alles über die heimische Kräuterwelt, in diesem Standardwerk wird der Anbau in eurem Garten, Topf und Balkon verständlich und ausführlich erklärt.

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