Haltbarmachen. Foto- Rita Newman (1)

Fruchtig, knackig, haltbar: Warum ihr Gartenschätze, Obst, Gemüse und Kräuter unbedingt einkochen solltet

Warum macht es Spaß, selbst einzukochen? Im Gespräch mit Anita Winkler begibt sich Rosemarie Zehetgruber auf Spurensuche und zeigt, wie einfach Haltbarmachen sein kann.

Rosemarie Zehetgruber kennt als Ernährungswissenschaftlerin alle Tipps und Tricks, rund ums Haltbarmachen eurer Gartenschätze. Foto: (c) Rita Newman

Rosemarie Zehetgruber kennt als Ernährungswissenschaftlerin alle Tipps und Tricks, rund ums Haltbarmachen eurer Gartenschätze. Foto: (c) Rita Newman

Rosemarie Zehetgruber kennt als Ernährungswissenschaftlerin alle Tipps und Tricks, wenn es ums schonende Haltbarmachen von Obst, Gemüse, Kräutern und Pilzen geht.

Vorteile von selbst gemachtem Vorrat gibt es viele – entscheidend ist, dass mit den richtigen Rezepten und Anleitungen auch die Freude nicht zu kurz kommt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Obst und Gemüse zu konservieren?

Der beste Zeitpunkt ist gleich nach der Ernte oder dem Einkauf. So frisch wie möglich muss man es verarbeiten. Mit der Zeit kommt die Erfahrung, welche Früchte in welcher Form am besten, köstlichsten und effizientesten haltbar gemacht werden.

Wenn man zum Beispiel im Sommer sehr viel Basilikum hat, dann kann man es einfach rasch pürieren und das Kräuterpüree einfrieren. Wenn man dann im Winter Lust auf Spaghetti al Pesto bekommt, dann kann man das Püree auftauen und erst dann entsprechend mit Öl, Nüssen und Parmesan verfeinern. Das ist unkompliziert und spart Zeit.

Für unsere Großeltern war das Haltbarmachen von Obst und Gemüse quasi überlebensnotwendig. Warum ist dieses alte Wissen in der heutigen Zeit wieder so gefragt?

"Das Werk der eigenen Hände abgefüllt in schöne Gläser" - Bei Rosemarie Zehetgrubers Interpretation von Himbeeressig isst das Auge mit. Auch als Geschenk eine wunderbare Idee! Foto: Rita Newman

„Das Werk der eigenen Hände abgefüllt in schöne Gläser“ – Bei Rosemarie Zehetgrubers Interpretation von Himbeeressig isst das Auge mit. Auch als Geschenk eine wunderbare Idee! Foto: Rita Newman

Heute geht es vor allem um ein Gefühl der Selbstbestimmtheit, um den unvergleichlichen Geschmack, aber auch um den Gesundheitsaspekt. Lebensmittel mit so wenigen Zusatzstoffen wie möglich bekomme ich dann, wenn ich selbst bestimme, was drin ist. Auch geschmacklich kann ich mich dadurch individuell austoben: wie viel Zucker, wie viel Zimt soll ins Apfelmus … alles absolute Vorteile gegenüber fertig gekauften Produkten. Außerdem hat man so auch immer einen praktischen Vorrat zur Hand, wenn es mal schnell gehen muss.

Nicht zuletzt macht es auch Freude, das Werk der eigenen Hände abgefüllt in schöne Gläser bewundern, oder auch verschenken zu können!

Lohnt sich denn die Arbeit beim Einkochen, Einlegen, Konservieren?

Ja, auf jeden Fall. Vor allem, wenn man seine Familie das ganze Jahr mit geschmackvollem und gesundem Essen versorgen möchte. Natürlich gibt es besonders im Sommer und Herbst viel zu ernten und zu verarbeiten. Aber wie bei allem beansprucht das Konservieren gerade so viel Zeit, wie Sie dafür aufbringen möchten. Neues zu probieren, selbst einzukochen, zu saften und zu fermentieren bietet auch Entspannung und Ausgleich. Es ist ein Aufwand, der belohnt wird – mit natürlichem Geschmack, mit praktischen Fertigprodukten wie etwa Sugo, Pesto oder Kompotten, die schnell zur Hand sind, wenn einmal keine Zeit zum Kochen bleibt. Und am Ende sparen selbst gemachte Marmeladen, Chutneys und Co auch den einen oder anderen Euro beim Einkauf.

Was ist ein einfaches und schnelles Rezept, das Sie gerne zu Hause machen?

Ich mag ganz besonders die roh gerührte Konfitüre. Sie brauchen nicht einmal den Herd dafür anzuschalten. Saftige, aromatische Früchte werden zerkleinert bzw. Beeren zerdrückt. Dann kommt Zucker nach Geschmack dazu. Die Mischung über Nacht kühl stellen und am nächsten Tag so lang im Mixgerät rühren, bis sich Zucker und Früchte gut verbunden haben. Mit Johannisbrotkernmehl oder Agar-Agar eindicken. Eventuell mit etwas Zitronensaft abschmecken. In saubere Gläser abfüllen, gut verschließen und bei Kühlschranktemperatur aufbewahren. Roh gerührte Konfitüren sind je nach Zuckergehalt bis zu mehreren Wochen haltbar.

 

Rosemarie Zehetgruber: Praxishandbuch natürlich konservieren

Rosemarie Zehetgruber: Praxishandbuch natürlich konservieren

Wenn ihr selbst gerne einkocht oder wenn ihr einen Vorrat an gesunden, eigens zubereiteten Lebensmitteln anlegen möchtet, findet ihr alles Wissenswerte und viele köstliche Rezepte in Rosemarie Zehetgrubers neuem Praxishandbuch natürlich konservieren.

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