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So schmeckt der Winter: Andrea Fičala verrät, wie man trotz kalter Jahreszeit frisch kocht

Eintönigkeit im Winter muss nicht sein, schon gar nicht auf dem Teller! Geschmackvolle und farbenprächtige Gerichte erhellen das Gemüt und sind besonders wichtig für die Gesundheit. Andrea Fičala zeigt auf, wie das perfekte Trio regional, saisonal und bio einfach und alltagstauglich umzusetzen ist und liefert wertvolle Tipps, welche Lebensmittel uns besonders guttun.

Ein Gastbeitrag von Andrea Fičala

Regionales Superfood im Winter

Auch in der kalten Jahreszeit müssen wir nicht auf frisches Gemüse verzichten. Ganz im Gegenteil! Es gibt einige heimische Energiespender, die jetzt ganz frisch zu haben sind.

Grüne Kraftpakete

Frisches Blattgemüse gibt es auch im Winter! Es liefert uns neben Folsäure auch reichlich Chlorophyll, den grünen Farbstoff, den die Pflanze zur Energiegewinnung benötigt. Chlorophyll zählt zu den sekundären Pflanzenstoffen und wirkt antioxidativ. Da es sehr empfindlich ist, sollte das Gemüse möglichst frisch – vielleicht sogar vom eigenen Garten oder Balkon – und roh oder nur leicht erhitzt gegessen werden.
Kälteresistente Gemüse wie Vogerlsalat und Spinat, Grünkohl, Kohlsprossen und auch Schwarzwurzeln sind die richtige Wahl im Winter. Sie liefern uns genau das, was unser Körper in der kalten Jahreszeit braucht, sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen, die unsere Darmflora unterstützen.

Sprossen

In Sprossen ist der Gehalt an manchen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen höher als im ausgereiften Gemüse. Vor allem die Keimlinge von Radieschen, Senf oder Kresse sind reich an Senfölen, die unser Immunsystem aktivieren, keimhemmend und antibakteriell wirken. Sprossen lassen sich leicht in einem Sprossenglas oder einem Schälchen selber ziehen, sie brauchen zum Gedeihen nicht mehr als Licht, Luft und Wasser.

Fermentierte Lebensmittel

Bei der Fermentation werden organische Stoffe durch Bakterien, Pilze oder Enzyme umgewandelt. Dabei verändern sich nicht nur der Geschmack und die Textur, auch der Nährwert wird positiv beeinflusst. Der Gehalt an Antioxidantien wie Vitamin C, das wir zum Schutz unserer Zellen brauchen, bleibt während der Fermentation gut erhalten oder wird sogar erhöht. Der Verzehr von milchsauer vergorenem Gemüse oder fermentierten Milchprodukten wie Joghurt und Sauerrahm unterstützt eine gesunde Darmflora.

 

Cremiges Schwarzwurzelragout mit Schwarzbrot-Knödeln

Winterliche Köstlichkeit: das Schwarzwurzelragout aus Andrea Fičalas Superfoods. Einfach & regional. Foto: Sonja Priller

Winterliche Köstlichkeit: das Schwarzwurzelragout aus Andrea Fičalas Superfoods. Einfach & regional. Foto: Sonja Priller

Zutaten:

Für 8 Knödel (je ca. 120 g)
2 gelbe Zwiebeln
100 g Butter
200 ml Milch
1 Prise frisch geriebene
Muskatnuss
1 kleiner Bund Petersilie
400 g Schwarzbrotwürfel
3 Eier
50 g griffiges Mehl

Für das Schwarzwurzelragout
kaltes Wasser zum Einlegen
der Schwarzwurzeln
Saft von 1 Zitrone
750 g Schwarzwurzeln
200 g Karotten
2 Schalotten
5 EL Maiskeimöl
1 Schuss Weißwein
1/4 l Wasser
100 ml Schlagobers
2 EL Mehl
Sauerrahm
1 kleiner Bund Petersilie
Salz
frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung:

Für die Knödel die Zwiebeln schälen, würfelig schneiden und in der Butter anrösten. Von der Hitze nehmen, mit der Milch aufgießen und Salz, Pfeffer und Muskatnuss hinzufügen. Petersilie hacken. In einer Schüssel die Schwarzbrotwürfel mit dem Zwiebel-Milch-Gemisch, den Eiern und der gehackten Petersilie mischen und 10 Minuten ziehen lassen. Das Mehl einrühren. Aus der Masse mit nassen Händen und mittelfestem Druck Knödel formen. Die Oberfläche der Knödel glätten. In  einem Topf gesalzenes Wasser zum Kochen bringen, Knödel einlegen, Temperatur reduzieren und etwa 15 Minuten ziehen  lassen. Eventuell vor dem Formen der ganzen Masse einen Probeknödel kochen und sehen, ob er kompakt genug ist. Fällt er auseinander noch etwas Mehl unter die Masse mengen. Für das Schwarzwurzelragout eine Schüssel mit kaltem Wasser und der Hälfte des Zitronensaftes vorbereiten. Die Schwarzwurzeln unter leicht fließendem Wasser schälen, um ein Abfärben auf die Hände zu vermeiden. Schräg in etwa 4 cm große Stücke schneiden und gleich in das Zitronenwasser legen. Die Karotten waschen und in Würfel schneiden. Die Schalotten schälen und fein schneiden. In etwas Pflanzenöl in einer  Pfanne rösten. Die Karottenwürfel dazugeben und goldbraun anbraten. Anschließend die Schwarzwurzelstücke unterrühren,  kurz mitbraten und mit etwas Weißwein ablöschen. Etwa 250 ml Wasser dazugießen, mit Salz und Pfeffer und würzen und bei mittlerer Hitze dünsten lassen, bis die Karotten und die Schwarzwurzeln bissfest sind.
Zum Binden das Obers mit zwei Esslöffeln Mehl abrühren, etwas Flüssigkeit von dem Ragout dazugeben und glatt rühren. Dann in das Ragout einrühren und aufkochen lassen. Mit dem restlichen Zitronensaft und etwas Sauerrahm abschmecken, mit den Knödeln und frisch gehackter Petersilie anrichten.

Warum dir dieses Rezept im Winter besonders gut tut:

Schwarzwurzeln werden ab Oktober aus der Erde gestochen und sind ein gehaltvolles Wintergemüse. Sie enthalten hohe Mengen an Inulin, das den Dickdarmbakterien als Nahrung dient. In vielen Joghurts findet sich Inulin daher als probiotischer Zusatz.

Es wird höchste Zeit, Abwechslung auf den Teller zu bringen – mit Andrea Fičalas farbenprächtigen und ausgewogenen Rezepten in Superfoods. Einfach & regional gelingt das auch im Winter.

Andrea Fičala: Superfoods einfach & regional

Regional, saisonal und bio: Rezepte für jede Jahres- und Tageszeit: Andrea Fičala „Superfoods. Einfach & regional“

 

 

  • Das Beste aus unserer Region: heimisches Obst, Gemüse und Kräuter
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